Case Study: Unterschiede produktiv machen
Wie ein multiprofessionelles Team durch Werteverständnis und Perspektivwechsel eine neue Form der Zusammenarbeit entwickelte
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1. Kurzfassung
Ein multiprofessionelles Team einer öffentlichen Einrichtung arbeitete seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Gleichzeitig führten unterschiedliche fachliche Prägungen, persönliche Werthaltungen und verschiedene Sichtweisen immer wieder zu Missverständnissen, Reibungsverlusten und unnötigen Spannungen.
Im Rahmen eines mehrstufigen Team-Coachings wurden individuelle Werteprofile, unterschiedliche Denklogiken und gegenseitige Wahrnehmungen systematisch sichtbar gemacht. Durch intensive Eigenreflexion, Rollenspiele, Perspektivwechsel und praxisnahe Übungen entwickelte das Team ein gemeinsames Verständnis für die Unterschiedlichkeit seiner Mitglieder.
Das Ergebnis war nicht die Angleichung verschiedener Persönlichkeiten, sondern eine deutlich höhere gegenseitige Wertschätzung, bessere Kommunikation und ein tragfähiges Verständnis dafür, wie Vielfalt zur gemeinsamen Stärke werden kann.
_______________________________Steckbrief des Falls________________________________________
Art des Falls
Teamentwicklung · Werteentwicklung · Team-Coaching · Kulturentwicklung · Workshop-Moderation
Zielgruppe
Multiprofessionelle Teams · Führungskräfte · Bildungseinrichtungen · Gesundheitswesen · Öffentliche Organisationen
Kontext
Langjährig zusammenarbeitendes Team mit unterschiedlichen Professionen, komplexem Arbeitsumfeld und hohem Abstimmungsbedarf.
Themen
Werteentwicklung • Perspektivwechsel • Zusammenarbeit • Teamkultur • Kommunikation • Vielfalt • gegenseitiges Verständnis • nachhaltiges Lernen
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2. Ausgangslage
Das Team bestand aus erfahrenen Fachkräften mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen, persönlichen Erfahrungen und individuellen Werthaltungen.
Die Zusammenarbeit funktionierte grundsätzlich gut. Gleichzeitig entstanden im Arbeitsalltag immer wieder Situationen, in denen unterschiedliche Denkweisen und Prioritäten zu Missverständnissen führten.
Einige Teammitglieder interpretierten Verhalten anderer als mangelnde Offenheit, fehlende Konsequenz oder übertriebene Detailorientierung. Tatsächlich lagen den jeweiligen Handlungen häufig unterschiedliche Werte- und Denklogiken zugrunde.
Der Auftrag bestand darin, gegenseitiges Verständnis zu fördern, vorhandene Spannungen konstruktiv zu nutzen und die Zusammenarbeit langfristig zu stärken.
3. Zentrale Fragestellung
Wie kann ein Team lernen, unterschiedliche Denk- und Werthaltungen nicht als Hindernis, sondern als Ressource gemeinsamer Zusammenarbeit zu verstehen?
Im Verlauf des Coachings entstand zusätzlich die Frage:
Wie lässt sich gegenseitige Wertschätzung entwickeln, ohne Unterschiede aufzulösen oder zu vereinheitlichen?
4. Was unter der Oberfläche wirkte
Auf der sichtbaren Ebene ging es um Kommunikation und Zusammenarbeit.
Unter der Oberfläche wirkten jedoch tiefere Unterschiede:
- unterschiedliche Wertelogiken
- verschiedene Vorstellungen von Verantwortung
- Sicherheit versus Veränderung
- Struktur versus Flexibilität
- Individualität versus Gemeinschaft
- Sachorientierung versus Beziehungsorientierung
- unterschiedliche Erwartungen an Führung und Zusammenarbeit
Besonders deutlich wurde, dass viele Konflikte nicht aus mangelndem Engagement entstanden, sondern aus unterschiedlichen Interpretationen derselben Situation.
Die Herausforderung bestand deshalb weniger darin, Verhalten zu verändern als gegenseitiges Verständnis zu entwickeln.
5. Vorgehen
1. Individuelle Standortbestimmung
Vor Beginn der Workshops bearbeiteten alle Teilnehmenden einen umfangreichen Werte- und Entwicklungsfragebogen.
Dadurch entstand eine fundierte Grundlage für die spätere Reflexion persönlicher Denk- und Handlungsmuster.
2. Gemeinsames Verständnis entwickeln
Im Workshop wurden die unterschiedlichen Werteprofile erläutert und gemeinsam interpretiert.
Nicht die Zuordnung einzelner Personen stand im Mittelpunkt, sondern das Verständnis verschiedener Perspektiven innerhalb des Teams.
3. Unterschiede erlebbar machen
Durch Rollenspiele, Perspektivwechsel, Partnerdialoge und handlungsorientierte Übungen wurden unterschiedliche Denkweisen unmittelbar erfahrbar.
Die Teilnehmenden konnten eigene Annahmen überprüfen und neue Sichtweisen entwickeln.
4. Transfer in den Arbeitsalltag
Die Erkenntnisse wurden konsequent auf konkrete Alltagssituationen übertragen.
Gemeinsam entwickelte das Team Vereinbarungen, wie unterschiedliche Perspektiven künftig bewusster genutzt und Konflikte früher angesprochen werden können.
6. Schlüsselmoment
Der entscheidende Wendepunkt entstand, als das Team erkannte:
Nicht unterschiedliche Werte erzeugen Konflikte – sondern fehlendes Verständnis für ihre jeweilige Logik.
Mit dieser Erkenntnis veränderte sich der Blick auf viele bisher belastende Situationen.
Aus Bewertung wurde Neugier.
Aus Verteidigung entstand Dialog.
7. Ergebnis und Transfer
Ergebnis
Das Team entwickelte ein deutlich differenzierteres Verständnis seiner Zusammenarbeit.
Die Beteiligten beschrieben insbesondere:
- mehr gegenseitige Wertschätzung
- größere Offenheit
- höhere Akzeptanz unterschiedlicher Arbeitsweisen
- intensivere Zusammenarbeit
- nachhaltige Reflexion des eigenen Handelns
- größere Sicherheit im Umgang mit Vielfalt
Die entwickelten Denkmodelle wurden auch nach Abschluss des Coachings regelmäßig zur gemeinsamen Reflexion genutzt.
Transfer
Die Wirkung zeigte sich langfristig in:
- konstruktiverer Kommunikation
- früherem Ansprechen von Spannungen
- höherem gegenseitigem Vertrauen
- nachhaltigem Lernen
- stärkerem Zusammengehörigkeitsgefühl
- größerer Offenheit für unterschiedliche Sichtweisen
8. Passende Leistungen
Diese Case Study passt besonders zu folgenden Leistungen von Schneegans Coaching:
- Teamentwicklung
- Kulturentwicklung
- Werteentwicklung
- Workshop-Moderation
- Coaching für Teamführung
- Führungskräfteentwicklung
- Konfliktprävention
- Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams
- Organisationsentwicklung
9. Für ähnliche Situationen geeignet
Diese Begleitung eignet sich besonders, wenn
- Teams sehr unterschiedliche Professionen vereinen,
- Zusammenarbeit durch verschiedene Denkweisen erschwert wird,
- gegenseitiges Verständnis gestärkt werden soll,
- Wertekonflikte sichtbar werden,
- Kommunikation verbessert werden soll,
- Führung Vielfalt produktiv nutzen möchte,
- Vertrauen innerhalb eines Teams wachsen soll,
- nachhaltige Teamentwicklung angestrebt wird.
10. Methodische Hinweise
In diesem Fall wurden mehrere methodische Ebenen miteinander verbunden:
- Werteanalyse
- Spiral Dynamics als Reflexionsmodell
- systemische Teamentwicklung
- Perspektivwechsel
- Partnerdialoge
- Rollenspiele
- erfahrungsorientiertes Lernen
- Transferdesign
- Inpulsvorträge
- Reflexionsmethoden
- Coaching und Workshop-Moderation
Die Verbindung von fundierter Selbstreflexion, praxisnahen Übungen und konsequentem Transfer ermöglichte es dem Team, komplexe Denkmodelle unmittelbar für die eigene Zusammenarbeit nutzbar zu machen.
11. Hinweis zur Anonymisierung
Diese Case Study ist anonymisiert und verdichtet. Namen, Unternehmen, Kunden, Rollen, Zeitangaben und weitere identifizierende Merkmale wurden verändert oder weggelassen. Die dargestellte Ausgangssituation, die Entwicklungslogik sowie die methodische Vorgehensweise entsprechen dem tatsächlichen Beratungsprozess.
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